Wir werden durch Erprobung bewegt

Viele waren gekommen um mitzufeiern, als wir Steyler Missionarinnen uns vom Kloster im Herzen der Stadt in Ulm verabschiedet haben. Nach gut drei Jahren heißt es wieder aufbrechen und so stand auch die Eucharistiefeier unter dem Thema „Aufbruch und Abschied“.

In einer Dialogpredigt haben die beiden Trägervertreter, Pfr. Estler von der Kirchengemeinde St. Michael und Dekan, Pfr. Kloos von der Gesamtkirchengemeinde das Evangelium von der Blindenheilung als Begegnungsgeschichte ausgelegt und auch unsere scheidenden Schwestern auf diese Weise gewürdigt. Aus dem Motto des Klosters im Herzen der Stadt „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ haben sie beschrieben, wie in den vergangenen Jahren durch die Beiden solche Begegnung mit Gott und den Menschen geschehen ist.

In einer Statio zu Beginn des Gottesdienstes hat Provinzleiterin Sr. Anna Maria Kofler in Bezug auf das Evangelium noch einen weiteren Aspekt angesprochen. Das Evangelium von der Blindenheilung sei auch eine Weg-geschichte: „…wir verabschieden uns im Bewusstsein, dass Entwicklungen im persönlichen, gemeindlichen und gemeinschaftlichen Leben immer Weg-Geschichten sind. ‚Wir werden durch Erprobung bewegt‘ – da geschieht im Experimentieren etwas, das ursprüngliche Pläne, vor allem aber alle Beteiligten verändert. Jedes Experiment, jede Erprobung, eine Idee, kann nur dann eine Weggeschichte bleiben, wenn es je nach Wegstrecke neue Ausrichtungen geben kann…

Für uns Christen bedeutet jeder Aufbruch ein sich nähern diesem Gott des Weges, ihm vertrauen und seinem Heiligen Geist die Wegführung überlassen. Heute sind wir an einer Wegkreuzung angekommen, die einlädt dankbar auf das gelungene zurückzuschauen, das schwierige zurückzulassen und uns neu auszurichten. So geht heute die Einladung an uns alle, eine Geschichte neu zu schreiben und auf den verschiedenen Wegen immer mehr Das zu entfalten, was Gott im Heiligen Geist in einem jeden von uns grundgelegt hat.“

Im Anschluss an die Eucharistiefeier gab es noch einmal Begegnung mit den Menschen die uns in drei Jahren immer wieder begegnet sind und auch mit einer Gruppe von Mitschwestern, die eigens angereist waren. Vor allem auch die kleine Gruppe der „Minis“, die einen vielversprechenden Beginn einer Familienpastoral darstellen, waren im Dienst und bei der anschließenden Begegnung mit dabei.

Dankbar schauten wir alle auf das Experiment Kloster im Herzen der Stadt in Ulm zurück und können nun neu dorthin aufbrechen, wohin der Geist uns führen will.

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Du sollst dich selbst unterbrechen

Irgendwie vergeht die Zeit so schnell. Besonders fällt das ja in der Adventszeit auf, wo es doch besinnlich auf Weihnachten und “Stille Nacht-heilige Nacht” zugehen soll. Und irgendwie klagen ja in dieser Zeit auch alle darüber, dass es ausgerechnet jetzt so viel sein muss. Aber dessen ungeachtet strömen zahllose Menschen zu den Weihnachtsmärkten, ein Vortrag nach dem Anderen, eine Weihnachtsfeier nach der Anderen: so hetzen wir von Besinnung zu Besinnung.

In diesem Jahr fiel mir wieder der Text von Dorothee Sölle in die Hände: “Du sollst dich selbst unterbrechen” – Zweierlei ist mir diesmal daran wichtig: Nur ich selbst kann für diese kostbare Unterbrechung sorgen, indem ich “nein” sage zu all dem, was mich treiben mag. “Unterbrechen” ist das Zweite. Das braucht Aktivität, Entschiedenheit und auch einen Grund, warum ich unterbreche. Bei einem Gespräch unterbreche ich, wenn etwas gesagt werden muss – hier und jetzt. Bei einer Tätigkeit, wenn etwas gerade wichtiger ist.

In dieser Adventszeit – und darüber hinaus gilt es also mit Entschiedenheit zu unterbrechen und aktiv etwas zu unternehmen, weil etwas falsch läuft. In meinem Leben, in meiner Umgebung… Der Grund für uns Christen zur Unterbrechung heißt: Menschwerdung – Weihnachten – die Erinnerung an den ersten Schöpfungsmorgen:

Du sollst dich selbst unterbrechen

Zwischen Arbeiten und Konsumieren
soll Stille sein und Freude
dem Gruß des Engels zu lauschen:
Fürchte dich nicht! 

Zwischen Aufräumen und Vorbereiten
sollst du es in dir singen hören,
das alte Lied der Sehnsucht:
Maranata, komm Gott, komm.

Zwischen Wegschaffen und Vorplanen 
sollst du dich erinnern an den ersten Schöpfungsmorgen,
deinen und  aller Anfang,
als die Sonne aufging ohne Zweck
und du nicht berechnet wurdest in der Zeit,
die niemandem gehört außer dem Ewigen.

Dorothee Sölle

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Alles wirkliche Leben ist Begegnung

… so ist das Motto, das über dem Kloster im Herzen der Stadt steht, das am 1. Dezember 2013 in einer frohen und festlichen Feier eingeweiht wurde. Vielleicht zeichenhaft für diesen Neubeginn war, dass wir nicht in ein fertiges Haus sondern eher in eine Baustelle eingezogen sind. Inzwischen aber sind wir zu Hause, Türe Böden und betten sind da und wir haben begonnen unser buntes Leben in lebendige Formen zu bringen. Dekan Matthias Hambücher hat damals das Ereignis in der Festschrift zur Einweihung so beschrieben:

Liebe Schwestern und Brüder,

mit der Eröffnung des “Klosters im Herzen der Stadt” am 1. Dezember 2013 ist, anknüpfend an die über 600-jährige Tradition von klösterlichem Leben, das Pfarrhaus der Wengenkirche jetzt ein Schwesternhaus und ein Ort der Begegnung. Damit ist der Standort der Kirchengemeinde St. Michael zu den Wengen als Ort der Kirche und als geistlicher Ort auf Zukunft hin gesichert, und zwar nicht durch Kirchengebäude und Gemeinderäume, sondern insbesondere durch das geistliche Leben von Menschen , die der Kirche “im Heute” ein Gesicht geben.

Franziskanerinnen von Reute und Steyler Missionarinnen leben, beten und arbeiten zusammen. Das ist innovativ! denn die franziskanische Spiritualität steht für ein Leben aus dem Evangelium – in Einfachheit, geschwisterlicher Begegnung und Solidarität mit den Ausgegrenzten. Die Steyler Spiritualität gründet auf der Verkündigung der Botschaft Jesu vom Leben und Heil für alle. Miteinander unterwegs als Gemeinschaft lassen die Schwestern  andere teilhaben an Kraft und Freude des Evangeliums. Dies Schwestern lebe nvor Ort und sind jederzeit ansprechbar.

Die Einweihung markiert den gelungenen Abschluss vieler Überlegungen und basiert auf den wegweisenden Entscheidungen aller fünf Träger sowie dem praktischen Einsatz vieler, die von diesem Neuaufbruch begeistert sind…

Wir Schwestern vom Kloster im Herzen der Stadt freuen uns, dass wir nun seit gut einem halben Jahr an die Begeisterung der Einweihung anknüpfen  können und hier im Herzen der Stadt zu leben. Erste Begegnungen beginnen zu Beziehungen zu werden und neue Aufgaben zeichnen sich bereits ab. Noch gilt es aber hinzuhören, hinzuschauen und den Menschen mit offenem Herzen zu begegnen, denn “alles wirkliche Leben ist Begegnung″ (Martin Buber)!

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Kloster im Herzen der Stadt

“Einer muss da sein, wenn Du kommst.”

Das ist ein wesentliches Ziel des neuen  Klosters im Herzen der Stadt, das im Herbst in Ulm eröffnet wird.

Vor nun schon zwei Jahren haben wir, Srn. Dorothea Burth, Sigrid Bucher von den Reutener Franziskanerinnen, Srn. Bernadette Dunkel und ich von den Steyler Missionarinnen und Dekan Matthias Hambücher, uns miteinader auf den Weg gemacht zum neuen Kloster im Herzen der Stadt. Mit viel Freude haben wir ein Konzept entwickelt, wie wir uns im Zusammenwirken mit der Gemeinde und geistlich suchenden Menschen vorstellen, heute sichtbar und spürbar als Christinnen und Christen – Ordensleute, Priester und “Laien” – in der Stadt Ulm zu leben.

Wir haben im Konzept die Idee einer Passantenpastoral, die am Kloster verortet sein soll, wie folgt beschrieben:

“Passanten sind „Vorübergehende“, also Menschen unterwegs. Sie suchen von „Kirche“ zuerst gelebte Gastfreundschaft, menschliche Präsenz, Orte der Besinnung inmitten einer pulsierenden Stadt.
Die Antwort vom „Kloster im Herzen der Stadt – St. Michael zu den Wengen“ ist die Pastoral der Nähe und der heilenden Zuwendung zu den Menschen.
Mit dem Begriff „Kloster“ verbinden viele Menschen heute eine positive Alternative zu vielem Bedrängenden: nämlich Stille, Einfachheit, Zeit, Begegnung, Ursprünglichkeit, Verlässlichkeit.
Der Gedanke der Armut aus der franziskanischen Spiritualität wird deutlich in der Einfachheit des Lebensstils und der pastoralen Haltung der menschlichen Zugewandtheit und Nähe.
Als missionarische Gemeinschaften bezeugen und verkünden wir im Herzen der Stadt die heilende und befreiende Botschaft des Evangeliums.”
 

Noch muss das alte Pfarrhaus der Wengenkirche saniert werden, aber die Bauarbeiten neigen sich dem Ende zu und wir vier freuen uns schon auf den offiziellen Start der “interkongregationalen Gemeinschaft”- und natürlich auf “unsere” Passanten.

Übrigens gibt es schon ein kleines Vorzeichen von uns: Jeden Freitag um 18.30 Uhr laden wir herzlich zum Vespergebet in die Wengenkirche ein!

 

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Tag des geweihten Lebens

Laupheim, 2.2.2012 Die Gemeinschaft der Steyler Missionarinnen im Dreifaltigkeitskloster Laupheim hat heute den “Tag des geweihten Lebens” in einem besonders gestalteten Gottesdienst gefeiert. Was es da zu feiern gibt angesichts der Krisen in Kirche und Gesellschaft? Aus dem Impuls zur Lesung aus … Continue reading

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Der Heilige von Oies

Wir, die Steyler Ordensgemeinschaften und die katholische Kirche feiern heute den Todestag des Heiligen Josef Freinademetz. Als einer der ersten Missionare, den die junge Steyler Ordensgemeinschaft aussandte, erkannte der Südtiroler Josef Freinademetz sehr rasch, wie wichtig es ist, eine andere Kultur kennenzulernen, … Continue reading

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